Freelancer-Schweiz-News 05/2026

266´000 Menschen arbeiten heute in der Schweiz in IT-Jobs.
Trotzdem fehlen bis 2033 über 50´000 Fachkräfte. Stellen bleiben monatelang offen. Projekte warten. Und der Druck, schnell eine Lösung zu finden, wächst.
Viele KMU greifen deshalb zu Freelancern. Aber zwischen der Entscheidung und einem laufenden Projekt liegen oft mehr Stolpersteine als erwartet. Welche Profile gibt es, was kosten sie, und wie läuft die Zusammenarbeit wirklich professionell ab?
Darum geht es im Mai.
— Artikel 1: IT-Freelancer Schweiz: Was KMU suchen und was es kostet
Der IT-Fachkräftemangel ist real. Und Freelancer sind längst keine Notlösung mehr. Sie sind das grösste Freelancer-Segment in der Schweiz, mit rund einem Drittel aller Projekte.
Aber welche Profile werden wirklich gesucht? Was kostet ein erfahrener Cloud-Spezialist im Vergleich zu einem Junior-Entwickler? Und was machen KMU immer wieder falsch, bevor das Projekt überhaupt gestartet ist?
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Artikel 2: Fokus als Freelancer: Warum dir keine Zeit fehlt, sondern Klarheit
Schweizer Freelancer verbringen im Schnitt nur rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit direkt fakturierbaren Projekten. Der Rest geht für E-Mails, Admin und Kontextwechsel drauf.
Das Problem ist nicht zu wenig Zeit. Es ist zu wenig geschützte Zeit für die Arbeit, die wirklich zählt.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Artikel 3: Wie KMU ihre Freelancer-Zusammenarbeit in 3 Schritten professionalisieren
Sandra war kompetent. Das Briefing kam nie. Und Daniel hatte keine Vollmacht.
Drei Situationen aus der Praxis. Drei vermeidbare Fehler. Und drei konkrete Schritte, die den Unterschied machen zwischen einem Projekt, das läuft, und einem, das stirbt, bevor es begonnen hat.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Artikel 4: Freelancer-Witz zum Schluss: Das Kaffee-Prinzip
Ein Freelancer sitzt in einem Projektmeeting. Sieben Personen. Buntes Gantt-Diagramm. Und irgendwo ganz unten auf der Teilnehmerliste, zwischen Diverses und Noch offen: sein Name. Unter Sonstige.
Was er sich dabei denkt, liest du hier.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Wenn du ein KMU führst: Hast du schon einmal einen Freelancer verloren, weil das Briefing zu spät kam oder intern niemand entscheiden durfte?
Wenn du Freelancer bist: Wann hast du zuletzt einen ganzen Vormittag wirklich geschützt, für die Arbeit, die dein Business voranbringt?
→ Hier liest du alle Artikel gesammelt.
Herzliche Grüsse
Amor Dhaouadi
IT-Freelancer Schweiz: Was KMU suchen und was es kostet
Der IT-Verantwortliche hat gekündigt. Das Tagesgeschäft läuft trotzdem weiter. Irgendwie. Und das nächste Projekt wartet schon.
Irgendwann sagt jemand im Meeting: „Können wir nicht einfach einen Freelancer holen?"
Gute Idee. Aber wen genau? Und was kostet das?
Die Schweiz läuft IT-technisch auf Anschlag. Rund 266´000 Menschen arbeiten heute in IKT-Jobs. Trotzdem klafft bis 2033 eine Lücke von über 50´000 Fachkräften. Stellen bleiben monatelang offen, Projekte warten.
Kein Wunder, dass IT bereits das grösste Freelancer-Segment ist. Rund ein Drittel aller Freelancer-Projekte in der Schweiz fallen in diesen Bereich.
Dieser Artikel gibt dir eine ehrliche Einordnung: Was suchen Schweizer KMU, was kostet es, und welche Fehler lohnt es sich zu vermeiden.
Was Schweizer KMU heute wirklich suchen
Wenn KMU IT-Freelancer anfragen, dreht sich der Grossteil der Mandate um vier Bereiche: Entwicklung, Cloud, Sicherheit und Projektsteuerung.
Ganz vorne sind Software- und Full-Stack-Entwickler. Sie bauen Web-Anwendungen, interne Tools oder Schnittstellen. Klassisch, aber konstant gefragt.
Daneben haben sich Cloud-Engineers und DevOps-Profile etabliert. AWS, Azure, Kubernetes: Wer das nicht nur kennt, sondern produktiv betreiben kann, ist knapp.
Besonders schwer zu finden sind Security-Spezialisten. Von Penetration-Tests bis zur Absicherung von Cloud-Architekturen. Wer hier ein gutes Profil findet, bucht es schnell.
Im Unternehmensumfeld bleiben SAP- und ERP-Berater ein Dauerbrenner. Migrationen, S/4HANA-Einführungen, Schnittstellen.
Und weil viele KMU die IT-Transformation neben dem Tagesgeschäft stemmen, werden IT-Projektleiter und PMO-Profile zunehmend wichtiger.
Dazu kommen Data-Engineers und Data-Scientists rund um Reporting, BI und KI. Ein Bereich, der klar an Fahrt aufnimmt.
Auf KMU-Niveau sind ausserdem viele Mandate für IT-Enwickler und Webdesigner im Umlauf. Leute, die M365, Kollaboration und Infrastruktur pragmatisch in den Griff bekommen.
Was ein IT-Freelancer in der Schweiz kostet
Kurze Antwort: mehr als viele KMU erwarten, aber oft weniger als eine schlechte Entscheidung.
Für klassische Web- und Anwendungsentwicklung bewegen sich Freelancer in der Schweiz oft irgendwo zwischen 80 und 180 Franken pro Stunde. Je nach Erfahrung und Spezialisierung.
Wer einen erfahrenen Software-Entwickler oder Full-Stack-Engineer bucht, landet typischerweise im Bereich von 120 bis 180 Franken. Bei Senior-Architekten auch darüber.
IT-Consultants und Projektleiter liegen in einer ähnlichen Grössenordnung. Grob gesagt: mittlerer bis oberer dreistelliger Bereich pro Stunde.
Bei Cloud- und Security-Spezialisten rutschen die Sätze tendenziell nach oben. Beträge zwischen 150 und 250 Franken sind bei kritischen Projekten alles andere als ungewöhnlich.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein KMU, das eine erfahrene Full-Stack-Entwicklerin für ein Webportal sucht, landet realistisch irgendwo um die 130 bis 170 Franken pro Stunde. Ein Security-Audit zu einem kritischen Zeitpunkt wird deutlich darüber liegen.
Junior vs. Senior
Ein spürbarer Sprung liegt zwischen Einsteiger-Profilen und Senior-Spezialisten. Juniors sind oft noch im unteren dreistelligen Bereich unterwegs. Erfahrene Spezialisten verlangen häufig das Doppelte. Und sind trotzdem oft günstiger als eine langsame Umsetzung.
Was auf KMU-Plattformen auf den ersten Blick teuer wirkt, etwa Angebote um 130 Franken pro Stunde, ist im IT-Umfeld oft eher solide Mitte als Luxusklasse.
Remote vs. vor Ort
Remote-Mandate liegen häufig im unteren oder mittleren Bereich der Spanne. Sobald regelmässige Präsenz, viel Abstimmung vor Ort oder Pikett-Dienste ins Spiel kommen, rutscht der Satz in Richtung oberes Ende. Dort, wo Verantwortung und Verfügbarkeit bezahlt werden.
Drei Fehler, die KMU immer wieder machen
1. Das Ziel ist unklar
Viele KMU starten IT-Projekte mit Freelancern, ohne die Ziele wirklich festzuzurren. Man will digitaler werden. Aber ohne klare Prioritäten, Scope und Erfolgskriterien. Der Freelancer fängt an. Und merkt nach zwei Wochen, dass niemand weiss, was eigentlich fertig heisst.
2. Der Freelancer soll ein Angestellter sein
Freelancer werden oft wie günstige Angestellte behandelt. Mit Erwartungen an Verfügbarkeit, Loyalität und Verantwortung, die nicht zu einem projektbezogenen Mandat passen. Das erzeugt Frust auf beiden Seiten.
3. Ein Freelancer soll die fehlende IT-Strategie ersetzen
Nicht selten soll ein einzelner Freelancer die fehlende IT-Strategie gleich mitliefern. Man holt jemanden, der ein akutes Problem löst, ohne Architektur, Prozesse oder Sicherheit mitzudenken. Das Ergebnis ist dann eher Flickwerk als Fortschritt.
Wer IT generell auslagern möchte und verstehen will, welche Modelle dabei funktionieren, findet in unserem Artikel IT-Outsourcing für KMU in der Schweiz eine gute Grundlage.
Bevor du suchst: Fünf Fragen, die du beantworten solltest
Die häufigsten Probleme bei IT-Freelancer-Mandaten entstehen nicht während der Zusammenarbeit. Sie entstehen davor, weil der Auftrag nie richtig definiert wurde.
- Was soll am Ende des Mandats konkret fertig sein?
- Wie viele Stunden pro Woche brauche ich den Freelancer wirklich?
- Remote, vor Ort oder gemischt?
- Wer intern ist der direkte Ansprechpartner?
- Welches Budget steht realistisch zur Verfügung?
Häufige Fragen von KMU zu IT-Freelancern in der Schweiz
Wie schnell finde ich einen IT-Freelancer in der Schweiz?
Das hängt stark vom Profil ab. Für gängige Profile wie Webentwickler oder IT-Allrounder sind realistische Vorlaufzeiten oft zwei bis vier Wochen. Bei spezialisierten Profilen wie Cloud-Architekten oder Security-Experten sollte man eher vier bis acht Wochen einplanen.
Muss ich einen Vertrag aufsetzen?
Ja, immer. Auch bei kurzen Mandaten. Scope, Stundensatz, Zahlungskonditionen und Vertraulichkeit gehören schriftlich geregelt. Das schützt beide Seiten.
Kann ich einen IT-Freelancer auch nur für wenige Stunden pro Woche engagieren?
Ja. Viele IT-Freelancer arbeiten projektweise oder auf Stundenbasis. Gerade für KMU, die keinen Vollzeit-IT-Bedarf haben, ist das ein klarer Vorteil gegenüber einer Festanstellung.
Was ist der Unterschied zwischen einem IT-Freelancer und einer IT-Agentur?
Der Freelancer ist eine einzelne Person mit direkter Verantwortung für das Mandat. Die Agentur ist ein Unternehmen mit Strukturen, Prozessen und einem Team. Freelancer sind oft flexibler und günstiger. Agenturen bieten mehr Kapazität und Kontinuität. Was besser passt, hängt vom Projekt ab.
Auf freelancer-schweiz.ch findest du IT-Freelancer, die bereits mit Schweizer KMU gearbeitet haben.
→ Hier kannst du gezielt nach IT-Profil und Verfügbarkeit suchen.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Fokus als Freelancer: Warum dir keine Zeit fehlt, sondern Klarheit
Alles wichtig. Alles dringend. Und irgendwie nie genug Zeit dafür.
Ich kenne das Gefühl gut.
Jahrelang hatte ich eine Liste voller Vorhaben. Der Wille war da. Die Energie auch. Aber am Ende des Tages hatte das Tagesgeschäft wieder gewonnen. Meetings, E-Mails, Kundenanfragen. Und die eigenen Projekte? Verschoben. Wieder.
Bis ich aufgehört habe, auf mehr Zeit zu warten. Und angefangen habe, die vorhandene Zeit bewusst aufzuteilen.
Seither reserviere ich den Vormittag für Denkarbeit. Schreiben, Strategie, Konzepte. Manchmal einen kompletten Vormittag nur für den Newsletter. Bevor die Interaktionen des Tages die Oberhand bekommen.
Das Ergebnis: Die Vorhaben wurden realisiert. Nicht alle auf einmal. Aber schrittweise. Und das ist besser als gar nichts.
Das eigentliche Problem heisst nicht Zeit
Die meisten Freelancer haben kein Zeitproblem.
Sie haben ein Klarheitsproblem.
In der Schweiz zeigt sich das deutlich: Selbständige verbringen im Schnitt nur rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit direkt fakturierbaren Kundenprojekten. Der Rest geht für E-Mails, Abstimmungen, Admin und Kontextwechsel drauf.
Das Problem ist also oft nicht zu wenig Zeit. Sondern zu wenig geschützte Zeit für die Arbeit, die dein Business wirklich voranbringt.
Wer nicht weiss, was heute wirklich Priorität hat, arbeitet reaktiv. Man erledigt, was gerade reinkommt. Was laut ist. Was drängt. Am Ende des Tages ist man beschäftigt gewesen. Aber nicht unbedingt vorwärtsgekommen.
Beschäftigung ist nicht dasselbe wie Fortschritt.
Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Stunden. Er liegt darin, ob du entscheidest, was deine Stunden bekommt. Oder ob das die Umstände für dich tun.
Brain Before Busyness: Denkarbeit zuerst
Es gibt ein einfaches Prinzip, das vieles verändert: Brain Before Busyness.
Der Tag startet nicht mit der Inbox, nicht mit Slack, nicht mit dem ersten Kundenanruf. Er startet mit bewusster Denkarbeit. Bevor die Busyness beginnt.
Konkret: Alles, was Konzentration braucht, gehört in die erste Tageshälfte. Schreiben, Akquise, Strategie, Angebote. In einem geschützten Block, der nicht verhandelbar ist.
Operatives danach. Meetings, Abstimmungen, administrative Aufgaben. Diese Arbeit verträgt Unterbrechungen besser.
Ein typischer Tag im Busyness-Modus beginnt in der Inbox. Eine Stunde später hat man viel reagiert, aber noch nichts Wesentliches entschieden. Im Brain-Before-Busyness-Modus läuft derselbe Morgen anders. Du öffnest kein Tool, sondern ein Notizbuch. Du klärst, was diese Woche wirklich zählt. Erst danach gehst du in die Inbox, mit einem klaren Filter im Kopf.
Das klingt simpel. Ist es auch. Aber die meisten Freelancer drehen es um. Sie starten den Tag reaktiv und fragen sich abends, warum die wichtigen Projekte nie vorankommen.
Drei Fokus-Killer, die Freelancer kennen
1. Alles fühlt sich gleich dringend an
Wenn keine Priorität gesetzt ist, kämpfen alle Aufgaben gleichzeitig um Aufmerksamkeit. Das Ergebnis ist kein Fortschritt, sondern Springen. Von Aufgabe zu Aufgabe, ohne eine davon wirklich abzuschliessen.
2. Der Kalender gehört den anderen
Wer keine festen Blöcke für eigene Projekte einträgt, stellt schnell fest, dass andere diese Lücken füllen. Meetings, spontane Anfragen, Rückrufe. Ein leerer Kalender ist keine Freiheit. Er ist eine Einladung.
3. Perfektionismus blockiert den Start
Viele Freelancer warten auf den richtigen Moment. Den ruhigen Tag, die freie Woche, die perfekte Ausgangslage. Die kommt nicht. Wer anfängt, auch mit 90 Minuten pro Woche, kommt weiter als wer wartet.
Ein erster Schritt für diese Woche
Kein komplettes System. Nur eine Entscheidung.
Blockiere morgen früh 90 Minuten für ein Vorhaben, das seit Wochen auf deiner Liste steht. Trag es in den Kalender ein wie ein Kundengespräch. Schliess E-Mails und Chat. Fang an.
Nicht um alles zu lösen. Sondern um zu sehen, was passiert, wenn du deiner eigenen Arbeit denselben Respekt gibst wie der Arbeit für Kunden.
Wer als Freelancer auch beim Kunden überzeugen will, nicht nur produktiv sein, findet in unserem Artikel 5 Wege, wie du als Freelancer die Testphase bei deinem Kunden bestehst eine gute Ergänzung.
Die meisten Freelancer sind überrascht, wie viel in 90 Minuten möglich ist. Wenn der Block wirklich geschützt ist.
Und wer sichtbarer werden will für genau die Kunden, für die sich der Fokus lohnt, findet auf freelancer-schweiz.ch den richtigen Rahmen dafür.
→ Hier kannst du dein Freelancer-Profil eintragen und von Schweizer KMU gefunden werden.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Wie KMU ihre Freelancer-Zusammenarbeit in 3 Schritten professionalisieren
Sie scheitern an der Zusammenarbeit. Und meistens früher als man denkt.
Nicht weil der Freelancer schlecht war. Sondern weil die Rahmenbedingungen fehlten. Kein klares Briefing. Kein definierter Ansprechpartner. Keine Kommunikationsregeln. Und plötzlich ist das Projekt weg, bevor es richtig angefangen hat.
Drei Situationen aus der Praxis zeigen, was gemeint ist.
Drei Situationen, die so nicht hätten enden müssen
Sandra, die zu viel wollte
Sandra ist IT-Freelancerin. Kompetent, engagiert, motiviert. Als ein KMU aus Winterthur Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert, freut sie sich. Sie ruft an. Einmal, zweimal, dreimal. Sie will liefern, will zeigen, dass sie da ist.
Der Geschäftsführer auf der anderen Seite steckt mitten in der Jahresplanung. Meetings, Entscheide, Druck. Jeder Anruf von Sandra kommt zum falschen Moment. Nach dem dritten Mal sagt er kurzerhand ab.
Nicht weil Sandra schlecht war. Sondern weil niemand je geklärt hatte, wie die Kommunikation laufen soll.
Thomas, der nie ein Briefing lieferte
Marcus ist Webentwickler. Er hat einen Auftrag von einem KMU aus Zürich bekommen. Der Kontakt war gut, die Chemie stimmte. Nur eines fehlte: das Briefing.
Thomas, der Ansprechpartner beim Kunden, hatte es versprochen. Aber Thomas ist chaotisch. E-Mails bleiben unbeantwortet. Deadlines verschieben sich. Marcus wartet, fragt nach, wartet wieder.
Nach drei Wochen gibt Marcus auf. Das Projekt stirbt, bevor die erste Zeile Code geschrieben wurde.
Daniel, der nicht unterschreiben durfte
Ein KMU aus der Deutschschweiz sucht einen erfahrenen IT-Projektleiter. Daniel, der interne Projektkoordinator, führt die Gespräche. Er ist begeistert vom Kandidaten, der Freelancer auch.
Dann kommt der Vertrag. Und Daniel stellt fest: Er hat keine Vollmacht. Das Budget liegt beim CFO, der gerade im Ausland ist. Der Freelancer wartet zwei Wochen, nimmt dann ein anderes Mandat an.
Das KMU fängt von vorne an.
Was diese drei Situationen gemeinsam haben
Keine davon war ein fachliches Problem.
Sandra war zu engagiert, aber nicht zu wenig kompetent. Thomas war chaotisch, aber der Auftrag war real. Daniel war motiviert, aber ohne Entscheidungskompetenz.
In allen drei Fällen fehlte dasselbe: eine professionelle Struktur auf der KMU-Seite, bevor die Zusammenarbeit begann. Und genau dort liegt der Hebel. Wer diese Struktur einmal aufbaut, verliert keine guten Freelancer mehr an vermeidbare Pannen.
3 Schritte zur professionellen Freelancer-Zusammenarbeit
Schritt 1: Kommunikationsregeln von Anfang an festlegen
Bevor ein Freelancer startet, braucht es eine kurze Absprache. Wie oft wird kommuniziert? Per E-Mail oder Telefon? Wer ist erreichbar und wann? Was passiert, wenn etwas unklar ist?
Das klingt nach Overhead. Ist es nicht. Es ist der einfachste Weg, Missverständnisse wie im Fall von Sandra zu vermeiden. Fünf Minuten Absprache zu Beginn sparen später Stunden.
Schritt 2: Briefing vor dem Start, nicht während
Ein Freelancer kann erst liefern, wenn er weiss, was geliefert werden soll. Scope, Ziel, Deadline, Budget, Ansprechpartner. Das gehört schriftlich und vollständig, bevor der erste Arbeitstag beginnt.
Wer wie Thomas kein Briefing liefert, verschwendet die Zeit beider Seiten. Und riskiert, dass der Freelancer das Mandat aufgibt.
Ein gutes Briefing braucht keine zehn Seiten. Aber es braucht Klarheit über das Wesentliche.
Schritt 3: Entscheidungskompetenz klären, bevor jemand gebucht wird
Wer führt die Gespräche mit dem Freelancer? Wer unterschreibt den Vertrag? Wer gibt das Budget frei? Wer entscheidet im Tagesgeschäft?
Diese Fragen müssen intern geklärt sein, bevor ein Freelancer kontaktiert wird. Nicht danach. Wer wie Daniel ohne Vollmacht verhandelt, verliert gute Profile an die Konkurrenz.
Zum Thema Vertrag lohnt sich ein Blick in unseren Artikel Freelancer-Vertrag Schweiz: Was du regeln musst, bevor du anfängst. Er zeigt, was schriftlich geregelt sein sollte, bevor die Zusammenarbeit beginnt.
Was professionelle Zusammenarbeit bringt
Freelancer reden miteinander.
Wer als KMU klar kommuniziert, pünktlich brieft und Entscheide schnell trifft, wird weiterempfohlen. Gute Freelancer haben oft mehr Anfragen als Kapazität. Sie wählen die Mandate, bei denen die Zusammenarbeit funktioniert.
Professionelle Zusammenarbeit ist kein Nice-to-have. Sie ist ein Wettbewerbsvorteil.
Das zeigen auch die Zahlen: Studien zu Freelancern im deutschsprachigen Raum kommen zum Schluss, dass zufriedene Freelancer über 70 Prozent ihrer Auftraggeber aktiv weiterempfehlen. Vor allem dann, wenn Prozesse klar sind und die Zusammenarbeit fair läuft. Für KMU heisst das: Struktur entscheidet direkt darüber, ob ein guter Freelancer ein einmaliger Notnagel bleibt oder ein langfristiger Partner wird, der neue Kontakte mitbringt.
Wer hingegen chaotisch ist, zu spät antwortet oder intern nicht entscheidungsfähig ist, bekommt mit der Zeit nicht mehr die besten Profile. Sondern die, die gerade nichts anderes haben.
Auf freelancer-schweiz.ch findest du Freelancer, die professionelle Zusammenarbeit gewohnt sind und genau wissen, was sie brauchen, um zu liefern.
→ Hier kannst du gezielt nach Freelancer-Profilen für dein nächstes Projekt suchen.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Das Kaffee-Prinzip
Sieben Personen in der Runde. Strategieberater, Projektleiterin, zwei Abteilungsleiter, eine HR-Verantwortliche und irgendwo am Ende der Teilnehmerliste: der Freelancer.
Man spricht über Zeitplan, Budget, Verantwortlichkeiten. Alle nicken. Die Projektleiterin teilt ihren Bildschirm. Ein buntes Gantt-Diagramm erscheint.
Der Freelancer scrollt durch die Liste.
Dort, ganz unten, zwischen Diverses und Noch offen: sein Name. Unter der Kategorie Sonstige.
Nach dem Meeting tippt er seiner Kollegin, die dasselbe schon dreimal erlebt hat:
„Ich glaube, ich arbeite nach dem Kaffee-Prinzip."
„Wie meinst du das?"
„Ohne mich läuft das Projekt nicht. Aber im Plan stehe ich unter Sonstige."
Kurze Pause.
„Willkommen in der Schweiz", schreibt sie zurück. „Hier sagt man das nicht laut. Man macht es einfach."
Der Freelancer lehnt sich zurück.
Und denkt sich: Solange die Rechnung pünktlich bezahlt wird und das Projekt ohnehin ohne mich nicht läuft, können sie mich unter „Briefträger" eintragen. Es ist mir egal.
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