Freelancer-Schweiz-News 09/2026 - Bonusausgabe

Grüezi liebe Leserinnen und Leser
Nur jedes vierte Schweizer KMU traut der eigenen Planung für die nächsten sechs Monate.
37 Prozent aller Freelancer-Projekte in der Schweiz entstehen über persönliche Kontakte, nicht über Plattformen.
Und gerade einmal 8 Prozent der kleinen Schweizer Firmen nutzen heute künstliche Intelligenz.
Drei ganz unterschiedliche Zahlen, ein gemeinsamer Nenner: Wer die eigene Lage kennt, trifft beim Wachstum, beim Netzwerk und bei der Digitalisierung bessere Entscheidungen. Darum geht es in dieser Bonusausgabe.
Artikel 1: Die Schweizer Wirtschaft wächst, viele KMU zögern trotzdem: Wo externe Experten jetzt wirklich helfen
1,5 Prozent Wachstum im zweiten Quartal, das stärkste seit 2021. Und trotzdem herrscht in vielen Chefetagen Unsicherheit statt Aufbruchstimmung. Der starke Franken, US-Zölle und ein Handelsabkommen mit China ziehen an unterschiedlichen Enden. Zwei Beispiele zeigen, wo Schweizer Firmen in dieser Lage auf externe Fachpersonen statt auf eine Festanstellung gesetzt haben.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Artikel 2: Netzwerk statt Konkurrenz: So vernetzt du dich als Freelancer in der Schweiz
Ein anderer Freelancer im gleichen Fachgebiet, das klingt für viele erstmal nach Konkurrenz. Ist es aber meistens nicht. Wir zeigen drei Formen der Zusammenarbeit, die wirklich funktionieren, und warum der erste Schritt in der Schweiz selten online beginnt.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Artikel 3: Digitale Transformation im KMU: Welche Freelancer-Profile du wirklich brauchst
„Wir brauchen jemanden für die Digitalisierung." Dieser Satz klingt nach einer klaren Aufgabe, ist er aber nicht. Wir stellen vier Profile vor, die den Unterschied machen, und zeigen an einem typischen Fehlgriff, was das falsche Profil kostet.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Witz zum Schluss: Freelancer-Witz: Zwei Faktoren, ein Zettel
Ein Geschäftsführer sucht einen IT-Programmierer mit Schwerpunkt IT-Security. Schon im ersten Gespräch stellt der vermittelte Freelancer eine einfache Frage zur Authentifizierung, und bekommt eine Antwort, die er so nicht erwartet hat.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Wenn du ein KMU führst: Weisst du schon, für welche deiner offenen Aufgaben sich eine externe Fachperson mehr lohnt als eine Festanstellung?
Wenn du Freelancer bist: Wer aus deinem Fachgebiet könnte in den nächsten Wochen dein wertvollster Kontakt werden, statt deine Konkurrenz?
→ Hier liest du alle Artikel gesammelt.
Herzliche Grüsse
Amor Dhaouadi
Die Schweizer Wirtschaft wächst, viele KMU zögern trotzdem: Wo externe Experten jetzt wirklich helfen
Kurz gesagt: Die Schweizer Wirtschaft wächst, aber ungleich verteilt. Grossunternehmen und die Pharmabranche tragen das Wachstum, viele Industrie-KMU spüren davon wenig. Der starke Franken, die US-Zölle und Chinas wachsende Konkurrenz erhöhen den Druck zusätzlich. Die Folge ist kein genereller Freelancer-Boom, sondern ein gezielterer Einsatz externer Spezialistinnen und Spezialisten, dort, wo sie Umsatz sichern oder ein konkretes Risiko abfedern.
Die Zwei-Klassen-Erholung der Schweizer Industrie
Am deutlichsten zeigt sich die Kluft bei den Maschinen- und Tech-Firmen. Der Branchenverband Swissmem meldete für das erste Halbjahr 2026 ein Plus von 12,1 Prozent bei den Auftragseingängen. Klingt nach einem Boom. Die Umsätze der KMU in der Branche sanken im gleichen Zeitraum aber um 3,8 Prozent, während fast das gesamte Wachstum von Grossunternehmen getragen wurde. Die Exporte in die EU legten um 3,4 Prozent zu, nach Asien um 0,9 Prozent, in die USA fielen sie dagegen um 5,3 Prozent.
Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher bringt es auf den Punkt:
„Die Erholung bleibt jedoch fragil, ungleich verteilt und hat zuletzt etwas an Dynamik verloren.“
Für ein kleineres Industrieunternehmen heisst das: Mehr Anfragen bringen noch keine Sicherheit. Das zeigt sich auch beim Personal: Die Beschäftigung in Industrie und Bau stieg im zweiten Quartal um 1,2 Prozent, obwohl der Branchenumsatz nur um 0,4 Prozent wuchs. Firmen halten ihre Kernteams, auch wenn Marge und Umsatz nicht überall mithalten.
Warum ist der starke Franken für Exporteure wie ein stiller Zoll?
Die US-Zölle haben nach der Senkung im November 2025 etwas an Schärfe verloren. Eine andere Belastung bleibt aber hartnäckig bestehen: der Franken. Am 10. September 2026 notierte der Euro laut Aargauischer Kantonalbank bei 0,9435 Franken, der Dollar bei 0,8125 Franken. Die Schweizerische Nationalbank hält ihren Leitzins seit über einem Jahr bei null Prozent, eine Senkung gilt vorerst als unwahrscheinlich.
Anfang September sprach SNB-Präsident Martin Schlegel am Tag der Wirtschaft in Luzern genau dieses Thema an. Der Frankenkurs bleibe eine Herausforderung für die Schweizer Wirtschaft, sagte er, auch wenn der reale Franken seit 2020 vergleichsweise stabil geblieben sei.
Für ein Unternehmen, das in Euro oder Dollar verkauft, aber seine Kosten in Franken trägt, ist das mehr als eine Randnotiz. Wer keine grosse Preissetzungsmacht hat, wie sie Pharma- oder Luxusmarken geniessen, muss bei jedem Auslandsvertrag neu rechnen.
Pharma stützt, China wird zur Doppelrolle
Ein Grund, warum die Gesamtzahlen trotzdem gut aussehen, sitzt in Basel. Die chemisch pharmazeutische Industrie wuchs im zweiten Quartal um 10,5 Prozent und war damit der wichtigste Wachstumstreiber. Gleichzeitig warnt eine im Auftrag von Interpharma erstellte Szenarioanalyse von BAK Economics vor den langfristigen Folgen der US-Preispolitik für Medikamente. Im ungünstigsten Szenario könnten der Branche bis 2040 kumuliert 194,5 Milliarden Franken an Wertschöpfung fehlen, rund ein Fünftel der heutigen Schweizer Wirtschaftsleistung.
Und dann ist da noch China. Die Schweiz hat im August 2026 ein aktualisiertes Freihandelsabkommen abgeschlossen, das den grössten Teil der Exporte nach China künftig zollfrei stellen soll. Gleichzeitig ordnet die UBS in ihrem aktuellen Ausblick China als das grössere Langfristrisiko ein, nicht die US-Zölle:
„Langfristig sieht die UBS im industriellen und technologischen Aufstieg Chinas die grössere Herausforderung.“
Besonders betroffen wären laut UBS Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Präzisions- und Medizintechnik, also Branchen, in denen Schweizer KMU traditionell stark sind. Besserer Marktzugang und stärkerer Konkurrenzdruck treffen damit gleichzeitig ein.
Wo externe Experten jetzt wirklich helfen
Heisst das, Schweizer KMU steigen jetzt reihenweise auf Freelancer statt Festanstellungen um? Eine verlässliche Studie, die das für 2026 belegt, gibt es nicht. Was sich aber klar zeigt: Die Investitionstätigkeit verschiebt sich. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO meldete für das zweite Quartal ein Plus von 0,8 Prozent bei den Ausrüstungsinvestitionen, getragen vor allem von Fahrzeugen sowie Forschung und Entwicklung. Investitionen in IT-Dienstleistungen und Maschinen gingen dagegen zurück. Firmen setzen also nicht überall den Rotstift an, sie werden aber kritischer, wo sie ihr Geld hineinstecken.
Genau in dieser Lücke wird externe Expertise interessant, für Aufgaben mit klarem Anfang und Ende statt für eine dauerhafte Stelle. Ein Beispiel aus unserer eigenen Vermittlungsarbeit zeigt das gut: Ein deutsches Unternehmen übernahm ein Kraftwerksprojekt in der Schweiz und musste dafür ein sauberes Vertragsmanagement nach Schweizer Recht aufbauen. Mit dem hiesigen Regelwerk kannte sich im eigenen Haus niemand aus. Statt monatelang eine Fachperson zu suchen und fest anzustellen, holte sich das Unternehmen für genau diese Aufgabe einen erfahrenen Schweizer Bauingenieur an Bord. Das Projekt bekam sein Vertragsmanagement, ohne dass eine dauerhafte Stelle entstehen musste. Für solche Übergangssituationen, ein Projekt mit klarem Enddatum, eine Fachlücke, die schnell geschlossen werden muss, gibt es auf Freelancer-Schweiz.ch die Kategorie Interimsmanagement.
Ein zweites Beispiel zeigt dieselbe Logik in eine andere Richtung: Ein Schweizer KMU wollte sein Exportgeschäft in neue Märkte ausbauen, hatte aber keine eigene Erfahrung mit internationalen Lieferketten. Statt dafür eine neue Stelle zu schaffen, holte sich das Unternehmen für die Aufbauphase eine externe Fachperson für Supply Chain an Bord. Wer nach solcher Unterstützung sucht, wird auf Freelancer-Schweiz.ch in der Kategorie Berater-Logistik fündig.
Dieselbe Logik gilt für viele der hier beschriebenen Themen. Wer als KMU seine Exportmärkte diversifizieren, ein Compliance-Thema klären oder den Vertrieb in einem neuen Land aufbauen will, muss dafür keine Festanstellung schaffen, deren Kosten auch bei sinkender Auslastung bleiben.
Bist du selbst Fachperson in einem dieser Bereiche, zum Beispiel im Vertragsmanagement, im Exportvertrieb oder in der Prozessautomatisierung? Über die Freelancer-Eintragung wirst du für genau solche Anfragen sichtbar.
Kurz zusammengefasst
Die Schweizer Wirtschaft wächst, aber nicht überall gleich. Grossunternehmen und die Pharmabranche tragen das Wachstum, viele Industrie-KMU stehen trotz guter Auftragslage unter Margendruck. Der starke Franken bleibt eine stille Belastung für Exporteure, eine rasche Entlastung über die Geldpolitik ist nicht in Sicht. China wird gleichzeitig zum wichtigeren Absatzmarkt und zum härteren Konkurrenten, während ein neues Vertragspaket mit der EU zumindest politisch für mehr Stabilität sorgen soll. Für KMU heisst das: nicht in Torschlusspanik verfallen, aber auch nicht abwarten. Wo eine Aufgabe klar umrissen und zeitlich begrenzt ist, lohnt sich der Blick auf externe Spezialistinnen und Spezialisten, bevor eine teure Festanstellung entsteht.
FAQ
Werden Schweizer KMU jetzt mehr Freelancer statt Festangestellte einsetzen?
Eine repräsentative Studie, die das für 2026 belegt, gibt es aktuell nicht. Raiffeisen-KMU-PMI und SECO-Investitionszahlen sprechen aber für einen selektiveren statt einen generellen Trend: KMU kaufen externe Expertise gezielt dort ein, wo sie Umsatz sichert oder ein konkretes Risiko senkt, zum Beispiel bei Compliance-Fragen, im Exportvertrieb oder bei zeitlich begrenzten Projekten.
Wie wirkt sich der starke Franken auf Schweizer Exporteure aus?
Ein starker Franken verteuert Schweizer Produkte für Kunden im Euro- oder Dollarraum, während die Kosten in der Schweiz in Franken anfallen. Firmen ohne grosse Preissetzungsmacht müssen deshalb enger kalkulieren oder Marge abgeben. Die SNB hält ihren Leitzins seit Juni 2025 bei null Prozent, am 24. September 2026 entscheidet sie erneut über den Zins.
Welche Branchen sind vom Handelsdruck aus den USA und China am stärksten betroffen?
Am stärksten unter Druck stehen laut Swissmem und UBS der Maschinenbau, die Elektrotechnik sowie Teile der Tech-Industrie. Die Pharmabranche profitiert aktuell von Ausnahmeregelungen und stützt das Wachstum, bleibt langfristig aber selbst von der US-Preispolitik betroffen. Auch die Uhrenindustrie zeigt sich im Sommer 2026 widerstandsfähig, ohne dass bereits Entwarnung gegeben werden kann.
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Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung: Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst. Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie. Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen. Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Netzwerk statt Konkurrenz: So vernetzt du dich als Freelancer in der Schweiz
Kurz gesagt: Andere Freelancer sind nicht deine Konkurrenz, sie sind dein wertvollster Kanal für Empfehlungen, zusätzliche Aufträge und Wissen. Wer sich lokal vernetzt, in echten Treffen statt nur online, gewinnt schneller Vertrauen und damit auch schneller Aufträge. Am stabilsten wird die Zusammenarbeit, wenn jede Seite ihr eigenes, klar abgegrenztes Spezialgebiet behält.
Warum Konkurrenzdenken dich mehr kostet, als es dir bringt
Die Schweiz ist ein kleiner Markt. Innerhalb eines Fachgebiets kennt man sich oft nach kurzer Zeit, direkt oder über zwei, drei Ecken. Wer sich von anderen Freelancern abschottet, verzichtet auf genau die Menschen, die am ehesten wissen, wo gerade ein Auftrag offen ist, für den sie selbst keine Zeit haben. Wer sich stattdessen austauscht, bekommt Empfehlungen, eine zweite Meinung bei kniffligen Fällen und ehrliche Informationen zu Stundensätzen und schwierigen Auftraggebern, Dinge, die dir sonst niemand offen sagt.
Ein konkretes Beispiel: Ein Freelancer, der gerade ausgebucht ist, sagt eine Anfrage ab. Ohne Netzwerk verschwindet der Auftrag komplett von seinem Radar. Mit einem Netzwerk landet er bei einer Kollegin, die genau jetzt Kapazität hat, und beim nächsten Mal ist es umgekehrt. Wer sich abschottet, verliert nicht nur mögliche Aufträge für andere, er verliert auch die Chance, selbst weiterempfohlen zu werden, wenn seine eigene Auslastung mal knapp wird.
Wo findest du in der Schweiz die richtigen Kontakte?
In der Schweiz zählt der persönliche Kontakt oft mehr als anderswo. Geschäftsbeziehungen entstehen häufig über die Region, über einen gemeinsamen Anlass oder über jemanden, der jemanden kennt. Für dein Freelancer-Netzwerk heisst das: Fang lokal an. Coworking-Spaces mit eigenen Anlässen, Branchenstammtische, Anlässe von regionalen Wirtschaftskammern oder Gewerbevereinen, und ganz einfach die eigene Nachbarschaft im gleichen Fachgebiet sind oft ergiebiger als ein grosses, anonymes Online-Netzwerk.
Konkret heisst das zum Beispiel: der Stammtisch deines Berufsverbands, für Architekten und Ingenieure etwa eine lokale SIA-Sektion, ein Coworking-Space mit eigenen Anlässen in Zürich, Basel, Bern oder Genf, oder ein strukturiertes Format wie BNI Switzerland, das gemäss eigenen Angaben rund 2´500 Mitglieder in über 90 Chaptern im Land zählt (Stand: September 2026), bei dem sich Selbstständige aus unterschiedlichen Branchen regelmässig persönlich treffen und gezielt Aufträge weiterreichen. Auch der eigene Gewerbeverein in deiner Region lohnt einen Blick, dort triffst du oft genau die KMU, die später zu Kunden werden, und andere Freelancer gleich mit.
LinkedIn eignet sich gut, um den Kontakt danach zu halten und über die Region hinaus sichtbar zu bleiben. Der erste Vertrauensvorschuss entsteht bei uns in der Schweiz aber meistens im persönlichen Gespräch, nicht im ersten Chat.
Drei Formen der Kooperation, die wirklich funktionieren
Nicht jede Zusammenarbeit muss kompliziert sein. Drei Formen bewähren sich in der Praxis besonders.
Die einfachste Form ist die Weiterempfehlung. Bist du ausgebucht, gibst du die Anfrage an jemanden weiter, der dir dasselbe irgendwann zurückgibt. Kein Vertrag nötig, nur gegenseitiges Vertrauen.
Die stärkste Form ist die Ergänzung. Ein gutes Beispiel dafür kommt aus der Architektur-Kategorie auf Freelancer-Schweiz.ch: Manche Freelancer haben sich ganz auf 2D- und 3D-Zeichnungen spezialisiert, während echte Architekten mit ihrer Ausbildung die Planung, Beratung und Bauleitung übernehmen. Beide Seiten decken unterschiedliche Teile desselben Projekts ab, ohne sich gegenseitig Aufträge streitig zu machen. Wer als Freelancer in der Kategorie Architekt unterwegs ist, kennt dieses Prinzip vermutlich schon aus eigener Erfahrung.
Die dritte Form ist der reine Wissensaustausch. Was verlangt ein anderer Freelancer für ein ähnliches Mandat? Wie ist er mit einem schwierigen Kunden umgegangen? Welche Vertragsklausel hat sich bei einem grösseren Projekt bewährt? Solche Gespräche gibt es fast nur unter Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht als Gegner sehen, und sie ersparen dir oft teure Anfängerfehler.
Was Kooperationen kaputt macht
Nicht jede Kooperation läuft glatt. Die häufigsten Stolpersteine sind unklare Rollen, wenn beide Seiten am Ende dasselbe Stück des Auftrags wollen, und fehlende Absprachen zu Konditionen, etwa ob eine Weiterempfehlung eine Provision wert ist oder nicht. Am häufigsten scheitert Zusammenarbeit aber an der Angst, den eigenen Kunden zu verlieren, etwa wenn beide Freelancer beim gleichen Kundentermin dabei sind und keiner offen sagt, wer wofür zuständig ist. Wer sein Spezialgebiet klar abgrenzt, wie im Architektur-Beispiel oben, und das auch dem Kunden gegenüber offen kommuniziert, muss diese Angst gar nicht erst haben.
So machst du den ersten Schritt diese Woche
Du musst nicht gleich ein grosses Netzwerk aufbauen. Ein guter Start sind drei kleine Schritte. Suche dir einen lokalen Anlass in deiner Region und deinem Fachgebiet und geh einmal hin, ohne gleich etwas verkaufen zu wollen. Sprich danach gezielt zwei oder drei Personen an, die ein angrenzendes statt ein identisches Spezialgebiet abdecken, dort entsteht Ergänzung leichter als Konkurrenz. Und biete von dir aus eine erste Weiterempfehlung an, bevor du selbst eine erwartest, das öffnet die Tür für die eigentliche Zusammenarbeit.
Kurz zusammengefasst
Ein Netzwerk aus anderen Freelancern ist kein Risiko für dein Geschäft, es ist eine der günstigsten Formen, neue Aufträge und Wissen zu gewinnen. In der Schweiz lohnt sich dafür der erste Schritt vor Ort, ein Stammtisch, ein Verbandsanlass oder ein Coworking-Event, LinkedIn danach als Ergänzung. Am stabilsten wird die Zusammenarbeit, wenn jede Seite ihr eigenes, klar abgegrenztes Spezialgebiet behält.
FAQ
Sind andere Freelancer im selben Fachgebiet wirklich Konkurrenz?
Selten in der Form, wie viele befürchten. In einem kleinen Markt wie der Schweiz kennt man sich meist ohnehin, und wer Kapazitätsengpässe hat oder ein Spezialgebiet ergänzt, profitiert stärker von Zusammenarbeit als von Abgrenzung.
Wie finde ich als Freelancer in der Schweiz am besten neue Kontakte?
Am ergiebigsten sind lokale, physische Treffen wie Branchenstammtische, Coworking-Events oder Anlässe von Berufsverbänden und Wirtschaftskammern. LinkedIn eignet sich gut, um diese Kontakte danach zu pflegen und über die Region hinaus sichtbar zu bleiben.
Wie sollte eine Kooperation zwischen zwei Freelancern geregelt werden?
Am besten mit einer kurzen, klaren Absprache zu Rollen und, falls relevant, zu einer Provision bei Weiterempfehlung. Das verhindert die häufigsten Konflikte: unklare Zuständigkeiten und das Gefühl, der eigene Kunde könnte abgeworben werden.
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Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung: Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst. Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie. Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen. Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Digitale Transformation im KMU: Welche Freelancer-Profile du wirklich brauchst
Kurz gesagt: Digitalisierung im KMU ist kein einzelner Job, sondern mehrere unterschiedliche Aufgaben. Wer den Programmierer für ein Koordinationsproblem holt oder den Projektmanager für eine reine Programmieraufgabe, verschwendet Zeit und Budget. Die Lösung liegt darin, das eigene Vorhaben zuerst einer der vier typischen Profile zuzuordnen, bevor man sucht.
Warum "wir brauchen einen Digitalisierungsexperten" die falsche Frage ist
Laut einer Erhebung des KOF Swiss Economic Institute der ETH Zürich (publiziert Februar 2025) nutzen erst rund 20 Prozent der kleinen Schweizer Firmen Big-Data-Anwendungen und nur 8 Prozent künstliche Intelligenz, bei Grossunternehmen sind es über 60 respektive 33 Prozent. Kein Wunder: In kleineren Betrieben fehlt oft schlicht das interne Fachwissen, um eine Digitalisierungsaufgabe überhaupt richtig einzuordnen, bevor man jemanden dafür sucht.
Ein Digitalisierungsprojekt hat fast immer mehrere Ebenen gleichzeitig: eine technische, oft eine organisatorische, und manchmal eine fachliche, die nichts mit IT zu tun hat. Ein Betrieb, der eine neue Software einführen will, braucht jemanden, der sie baut oder anpasst. Ein Betrieb, der mehrere Abteilungen und Termine unter einen Hut bringen muss, braucht jemanden, der das koordiniert. Und ein Betrieb, dessen Digitalisierungsprojekt eigentlich ein fachliches Problem in einem technischen Gewand ist, braucht zuerst die fachliche Kompetenz, nicht die Programmierzeile. Wer alle drei Ebenen mit derselben Person abdecken will, wird an mindestens einer davon enttäuscht. Wie du das Digitalisierungsprojekt selbst richtig steuerst, sobald das Team steht, liest du in Digitalisierungsprojekt im KMU richtig steuern. Hier geht es zuerst darum, wer die Aufgabe überhaupt übernehmen sollte.
Vier Profile, die in den meisten Digitalisierungsprojekten den Unterschied machen
In der Praxis lassen sich die meisten Digitalisierungsvorhaben im KMU auf vier Profile zurückführen, die sich ergänzen statt überschneiden.
Der IT-Programmierer baut die eigentliche Lösung: eine Web-Anwendung, eine Datenbank, eine Schnittstelle zwischen zwei Systemen. Wenn am Ende des Projekts etwas laufen soll, das vorher nicht existiert hat, ist diese Person die zentrale Figur.
Der IT-Projektmanager übernimmt dagegen die Führung des Projekts selbst: Zeitplan, Budget, Abstimmung zwischen internen Stellen und externen Dienstleistern, Testmanagement. Diese Person schreibt selten Code, sorgt aber dafür, dass diejenigen, die es tun, zur richtigen Zeit am richtigen Problem arbeiten.
Der Ingenieur kommt ins Spiel, wenn das Digitalisierungsprojekt eigentlich von einem Fachproblem ausserhalb der reinen IT lebt, etwa wenn eine Maschine, eine Anlage oder ein technisches System korrekt erfasst und in Anforderungen übersetzt werden muss, bevor überhaupt programmiert werden kann. Ohne diese fachliche Grundlage baut die beste Programmiererin die falsche Lösung, nur eben technisch sauber.
Und der Berater-Projektmanager wird dann relevant, wenn die Digitalisierung nicht primär ein IT-Projekt ist, sondern eine Prozess- oder Organisationsfrage, zum Beispiel wenn mehrere Abteilungen ihre Arbeitsweise gleichzeitig verändern müssen und jemand von aussen braucht, der das ohne interne Interessenkonflikte moderiert.
Digitalisierung ist damit nicht auf diese vier Profile beschränkt, sie sind einfach die häufigsten. Geht es vor allem darum, aus bestehenden Daten überhaupt erst brauchbare Erkenntnisse zu gewinnen, etwa für ein Kennzahlen-Dashboard oder eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage, ist ein Datenanalyst die richtige Adresse. Steht dagegen der digitale Auftritt selbst im Zentrum, eine neue Webseite, ein Kundenportal, ein Onlineshop, übernimmt das eher ein IT-Webdesigner. Welches Profil den Ausschlag gibt, hängt also immer davon ab, was am Ende tatsächlich entstehen soll.
Ein Beispiel aus der Praxis: die Web-Plattform für HVAC-Monitoring
Ein Beispiel aus unserer eigenen Vermittlungsarbeit zeigt, wie das konkret aussieht. Ein Betrieb aus der Gebäudetechnik im Raum Zürich wollte seinen Kunden eine Web-Plattform anbieten, über die sich die Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC) in deren Gebäuden laufend überwachen lassen, Temperaturverläufe, Störmeldungen, Wartungsintervalle, alles an einem Ort statt verstreut über einzelne Anlagensteuerungen. Intern gab es dafür weder die Programmierkapazität noch die Erfahrung mit einem Projekt dieser Grösse.
Der Betrieb holte sich für die technische Umsetzung einen Freelancer mit Erfahrung in Python und dem Flask-Framework an Bord, der das Backend und das Dashboard der Plattform aufbaute. Damit das Projekt nicht in der Abstimmung zwischen Gebäudetechnik-Fachleuten, dem externen Programmierer und der eigenen Geschäftsleitung versandete, kam zusätzlich ein Freelancer als IT-Projektmanager dazu, der Meilensteine, Testphasen und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten strukturierte. Das eigentliche Fachwissen zu den HVAC-Systemen selbst, welche Messwerte überhaupt relevant sind und wie sie korrekt interpretiert werden, brachte weiterhin das eigene Team ein, ergänzt durch einen Ingenieur für Detailfragen zur Anlagentechnik. Drei Rollen, drei unterschiedliche Freelancer-Profile, ein gemeinsames Projekt.
Wie du das passende Profil für dein Vorhaben findest
Die einfachste Orientierung ist eine einzige Frage: Was ist der eigentliche Engpass in deinem Vorhaben? Fehlt eine technische Lösung, die noch niemand gebaut hat, führt der Weg zum IT-Programmierer. Droht das Projekt an zu vielen gleichzeitigen Baustellen und fehlender Übersicht zu scheitern, ist der IT-Projektmanager der richtige erste Ansprechpartner. Steht am Anfang ein fachliches Verständnisproblem, eine Maschine, eine Anlage, ein Prozess, der erst richtig erfasst werden muss, gehört ein Ingenieur an den Tisch. Und wenn die eigentliche Herausforderung darin liegt, mehrere Abteilungen und Gewohnheiten unter einen Hut zu bringen, ist ein Berater-Projektmanager oft wirkungsvoller als eine rein technische Lösung.
Bist du selbst Freelancer in einem dieser Bereiche? Über die Freelancer-Eintragung wirst du für genau solche Anfragen sichtbar.
Der teure Fehlgriff: Wenn das Profil nicht zur Aufgabe passt
Ein Muster, das in KMU immer wieder auftaucht: Ein Betrieb will eine neue interne Software einführen und engagiert dafür einen Berater-Projektmanager, weil im Titel "Projektmanagement" steht. Der Berater moderiert Workshops, erstellt saubere Zeitpläne und Statusberichte, doch am Ende des Projekts existiert noch immer keine einzige Zeile Code, denn Programmieren war nie seine Aufgabe. Das umgekehrte Bild ist genauso häufig: Ein IT-Programmierer wird engagiert, weil "Digitalisierung" auf der Anfrage steht, während das eigentliche Problem darin liegt, dass drei Abteilungen sich nicht auf einen gemeinsamen Ablauf einigen können. Die Software wird technisch sauber gebaut, aber kaum genutzt, weil die Prozessfrage nie geklärt wurde. In beiden Fällen war die engagierte Person fachlich gut, nur eben für das falsche Problem gebucht. Genau diese Fehlgriffe lassen sich vermeiden, wenn die Zuordnung von Aufgabe zu Profil vor der Suche steht, nicht danach.
Kurz zusammengefasst
Digitalisierung im KMU scheitert seltener an fehlendem Willen als an der falschen Zuordnung von Aufgabe und Profil. Wer zuerst klärt, ob der Engpass technisch, organisatorisch oder fachlich ist, kommt schneller und günstiger ans Ziel als mit der Suche nach einer einzigen Person, die alles kann.
FAQ
Brauche ich für ein Digitalisierungsprojekt immer einen Programmierer?
Nein. Wenn dein Vorhaben in erster Linie ein Koordinations- oder Organisationsproblem ist, hilft ein Projektmanager oder Berater oft mehr als eine weitere technische Fachkraft.
Was ist der Unterschied zwischen einem IT-Projektmanager und einem Berater-Projektmanager?
Der IT-Projektmanager führt primär IT-lastige Vorhaben wie Softwareeinführungen oder Systemintegrationen. Der Berater-Projektmanager wird eher bei bereichsübergreifenden Digitalisierungsprojekten eingesetzt, bei denen Prozesse und Zusammenarbeit im Zentrum stehen, nicht nur die Technik.
Wann lohnt sich ein Ingenieur statt eines reinen IT-Profils?
Immer dann, wenn die eigentliche Herausforderung nicht die Software selbst ist, sondern das korrekte Verständnis eines technischen Systems oder Prozesses, auf dem die Software am Ende aufbaut.
-> Finde jetzt über Freelancer-Schweiz den passenden IT-Projektmanager für dein Digitalisierungsvorhaben.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung: Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst. Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie. Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen. Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern: persönlich, unternehmerisch und strategisch
Freelancer-Witz: Zwei Faktoren, ein Zettel
Freelancer: "Welche Authentifizierungsmethode nutzt ihr bisher?"
Chef: "Die Zwei-Faktor-Authentifizierung."
Freelancer: "Wie genau? Ich finde nichts davon."
Chef: "Zettel unter der Tastatur. Zwei Faktoren, wie gewünscht: Tastatur und Zettel."
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