Freelancer-Witz: Neustart auf Schweizer Art
Drei Freelancer fahren gemeinsam in den Urlaub.
Ein Chemiker.
Ein Elektriker.
Ein Programmierer.
Natürlich nicht mit der SBB.
„Zu viele Umstiege“, sagt der Programmierer.
„Und wir müssen flexibel bleiben.“
Kurz hinter Winterthur bleibt das Auto stehen.
Stille.
Der Chemiker räuspert sich.
„Rein theoretisch könnte ein molekularer Zerfallsprozess im Treibstoff stattgefunden haben.
Eventuell Polymerisation.
Wir sollten das Benzin analysieren.“
Der Elektriker schnaubt.
„Bitte. Das ist eindeutig ein Spannungsproblem. Wahrscheinlich ein Massefehler.
Ich prüfe kurz die Leitungen.
Swiss Precision gibt es nur bei Uhren.“
Der Programmierer sitzt ruhig da.
„Habt ihr schon versucht, das System neu zu starten?“
Die beiden schauen ihn an.
„Was meinst du mit neu starten?“
„Fenster schliessen. Aussteigen. Auto abschliessen. Zwei Minuten warten. Wieder einsteigen.
Fenster öffnen.
Vielleicht hat sich der Fehler nur aufgehängt.“
Der Elektriker starrt ihn an.
„Das ist ein Auto. Kein KMU-CRM.“
Der Programmierer zuckt mit den Schultern.
„Ihr würdet staunen, wie viele Probleme in Zürcher Büros mit einem Neustart gelöst werden.“
Der Chemiker nickt langsam.
„Statistisch gesehen funktioniert das bei IT-Systemen erstaunlich oft.“
Also steigen sie aus.
Der Programmierer schliesst demonstrativ alle Fenster.
„Wichtig ist die saubere Prozessreihenfolge.“
Zwei Minuten später steigen sie wieder ein.
Der Elektriker dreht den Schlüssel.
Das Auto springt an.
Stille.
Der Elektriker:
„Das war Zufall.“
Der Chemiker:
„Oder ein spontaner Selbstregulationsmechanismus.“
Der Programmierer lächelt.
„Nein. Das war Troubleshooting nach Schweizer KMU-Logik. Erst alles kompliziert analysieren. Dann einfach neu starten.“
Kurze Pause.
Der Elektriker murmelt:
„Und was machen wir, wenn es wieder stehen bleibt?“
Der Programmierer grinst.
„Dann schicken wir dem Auto eine Offerte. Analysepauschale. Neustart optional.“
Manchmal ist der Unterschied zwischen Wissenschaft, Handwerk und IT nur eines:
Wer die Rechnung stellt.
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Dieser Artikel wurde in den Freelancer-Schweiz-News 03/2026 – Erstausgabe veröffentlicht.



