KI-Risiken für KMU in der Schweiz
Künstliche Intelligenz ist in vielen Schweizer KMU längst Teil des Alltags. Ein Chatbot im Kundenservice. Automatisierte Texte im Marketing. KI-gestützte Vorselektion im HR.
Oft passiert das leise und pragmatisch. Genau darin liegt das Risiko.
Denn KI-Fehler wirken heute anders als klassische IT-Pannen. Sie beschädigen Vertrauen schneller und nachhaltiger. Nicht wegen der Technologie selbst, sondern wegen der Erwartungen, die an sie geknüpft sind.
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Warum KI-Fehler für KMU besonders heikel sind
Wenn ein System ausfällt, spricht man von Technik. Wenn eine KI falsche Aussagen macht, spricht man von Kompetenz.
KI wirkt nach aussen intelligent, souverän und sicher. Was plausibel klingt, wird selten hinterfragt. Gerade in der externen Kommunikation. Ein Fehler wirkt deshalb nicht wie ein Ausrutscher, sondern wie mangelnde Sorgfalt.
Hinzu kommt die mediale Lage. KI ist ein Reizthema. Jeder Vorfall fügt sich sofort in eine grössere Geschichte ein. Unternehmen ersetzen Menschen. Unternehmen verlieren Kontrolle. Unternehmen handeln fahrlässig.
Ein einzelner Fehler kann dadurch mehr Wirkung entfalten als viele Jahre solider Arbeit.
Das Kernproblem: KI halluziniert
Generative KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Wahrheit. Sie berechnet, welches Wort statistisch passt. Nicht, ob eine Aussage korrekt ist.
Das führt zu sogenannten Halluzinationen. Die KI erfindet Studien, Quellen, Zitate oder Fakten. Nicht aus Böswilligkeit, sondern systembedingt.
Typische Beispiele aus dem Unternehmensalltag:
- erfundene Studien oder Experten in Berichten
- Produkteigenschaften, die es so nicht gibt
- falsche Auskünfte an Kunden über Chatbots
Problematisch wird es dann, wenn solche Inhalte ungeprüft nach aussen gelangen.
Reputationsschäden in der Praxis: der Fall Deloitte
Wie schnell KI-Fehler teuer werden können, zeigte ein viel beachteter Fall. Deloitte musste 2025 einen Bericht zurückziehen und Geld zurückzahlen, weil er auf KI-Halluzinationen basierte.
Das Modell hatte Studien, Professoren und Gerichtsurteile erfunden. Der finanzielle Schaden war überschaubar. Der Vertrauensverlust nicht.
Medien weltweit berichteten. Auch in der Schweiz. Kritiker stellten öffentlich die Glaubwürdigkeit der Empfehlungen infrage.
Was hier einem Grosskonzern passiert ist, betrifft KMU direkter, als viele denken. Denn kleinere Unternehmen haben weniger Puffer für Vertrauensverluste.
Typische KI-Risiken für Schweizer Unternehmen
1) Diskriminierende Algorithmen
Wirkung: Shitstorm, rechtliche Folgen, beschädigte Arbeitgebermarke
Massnahme: HR-Prozesse prüfen, menschliche Kontrolle sicherstellen
2) Fehlerhafte Kundenberatung
Wirkung: Vertrauensverlust, Haftungsrisiken
Massnahme: Keine externen KI-Antworten ohne Prüfung
3) Fehlende Transparenz
Wirkung: Glaubwürdigkeitskrise bei Aufdeckung
Massnahme: KI-Einsatz offen kommunizieren
4) Regulatorische Verstösse
Wirkung: Bussen, öffentlich bekannte Verstösse
Massnahme: Dokumentation und Governance etablieren
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Warum der Reputationsschaden bei KI oft grösser ist
Drei Faktoren verstärken die Wirkung von KI-Fehlern besonders.
Erstens die mediale Aufmerksamkeit. KI-Fehler werden stärker aufgegriffen als klassische IT-Probleme.
Zweitens die Vertrauensfrage. Wer KI einsetzt und Fehler macht, steht schnell unter dem Verdacht, Menschen durch Maschinen zu ersetzen und es nicht einmal richtig zu tun.
Drittens die fehlende Nachvollziehbarkeit. Viele Unternehmen können nicht erklären, wie eine KI-Entscheidung zustande kam. Das macht Krisen schwer steuerbar.
Was KMU konkret tun können
Der Schlüssel liegt nicht in perfekter Technologie, sondern in sauberer Führung.
- Human in the Loop: Kein KI-Output für externe Kommunikation ohne menschliche Prüfung
- Faktencheck-Kultur: Zahlen, Namen, Zitate und Quellen systematisch verifizieren
- Transparenz: Offenlegen, wo KI eingesetzt wird, bevor es andere tun
- Krisenkommunikation vorbereiten: Zuständigkeiten und Abläufe vorab klären
- Mitarbeitende schulen: Kritischer Umgang mit KI und Halluzinationen
Das gilt für Konzerne genauso wie für kleine Teams und Solo-Setups.
Ein Denkimpuls zum Schluss
KI ist kein Risiko, weil sie Fehler macht. Menschen machen das auch.
KI wird zum Risiko, wenn niemand Verantwortung übernimmt.
Reife zeigt sich nicht darin, ob KI eingesetzt wird.
Sondern darin, wie bewusst, erklärbar und überprüfbar sie genutzt wird.
Eine letzte Frage zum Mitnehmen:
Wo setzt dein Unternehmen KI ein, ohne es wirklich zu merken?
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Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern – persönlich, unternehmerisch und strategisch.
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Dieser Artikel wurde in den Freelancer-Schweiz-News 01/2026 - Bonusausgabe veröffentlicht.



