Freelancer-Schweiz-News 02/2026

Grüezi liebe Leserinnen und Leser
Du kannst vieles richtig machen.
Und trotzdem bleibt es still.
Nicht weil du schlecht bist.
Sondern weil das Entscheidende nicht ankommt.
— Artikel 1: 19 Jahre Erfahrung. Und trotzdem kein Auftrag?
Es geht um dein Freelancer-Profil. Und um den Moment, in dem entschieden wird.
Dein Freelancer Profil ist online.
Und irgendwo steht dieser Satz.
„19 Jahre Erfahrung.“
Klingt stark. Fühlt sich richtig an.
Aber was passiert im Kopf eines Auftraggebers in der Schweiz, wenn er das liest?
Sieht er Sicherheit.
Oder denkt er sich still: Und was bringt mir das konkret?
Warum scrollen Kunden weiter, obwohl du alles erlebt hast?
Welche Fragen stellen sie sich in den ersten zehn Sekunden.
Und warum beantwortet dein Profil sie vielleicht nicht?
Die unangenehme Wahrheit:
Erfahrung ohne Kontext wirkt schneller schwach als stark.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Artikel 2: Die neuen MWST- und Sozialversicherungsregeln 2025 und 2026
Schweiz. 2026 ist da. Und die Regeln wirken bereits.
2026 läuft.
Und viele Schweizer KMU und Freelancer merken erst jetzt, was sich 2025 still verändert hat.
Nicht in der Theorie.
Sondern in der Buchhaltung.
In der MWST.
In den Sozialversicherungen.
Die jährliche MWST-Abrechnung ist keine Option mehr auf dem Papier.
Sie beeinflusst deine Liquidität heute.
Neue AHV, BVG und Zulagen-Schwellenwerte greifen bereits.
Manche Mandate sind plötzlich beitragspflichtig.
Manche Mitarbeitende fallen neu hinein oder heraus.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob du davon betroffen bist.
Sondern ob du es früh genug merkst.
Dieser Artikel zeigt dir, was seit 2025 läuft.
Und was 2026 zwingend sauber eingestellt sein muss, damit es dich nicht später einholt.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Artikel 3: Liquidität planen statt hoffen
Schweiz. Jetzt. Und die ehrliche Frage nach deinem Geld.
Viele Schweizer KMU haben Umsatz.
Und trotzdem wenig Luft.
Der Auftrag ist unterschrieben.
Die Rechnung gestellt.
Aber das Geld kommt später.
Wann hast du zuletzt wirklich gewusst, wie lange deine Liquidität reicht?
Nicht gefühlt.
Nicht gehofft.
Sondern klar.
Was passiert bei Löhnen, MWST-Terminen und Steuern, wenn sich Zahlungen verschieben?
Und wann würdest du merken, dass es eng wird?
Dieser Artikel zeigt, warum Liquidität kein Bauchgefühl ist.
Sondern ein Führungsinstrument.
Gerade jetzt.
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
— Freelancer-Witz: Der Schweizer IT Stammtisch
Eine alte Diskussion. Und ein sehr vertrautes Gefühl.
Zwei Menschen.
Ein Café in Zürich.
Eine scheinbar harmlose Frage.
Und plötzlich merkst du:
Das ist keine Technik-Diskussion.
Das ist Schweizer Alltag.
Warum fühlen sich Updates manchmal wie Nebenkosten an?
Und warum tut dieser Vergleich ein bisschen zu weh?
→ Hier liest du den ganzen Artikel.
Weniger hoffen.
Mehr Klarheit.
Und zwischendurch ruhig schmunzeln.
Herzliche Grüsse
Amor Dhaouadi
19 Jahre Erfahrung. Und trotzdem kein Auftrag?
Du hast geliefert. Jahre lang. Projekte, Kunden, Verantwortung. Und dann steht da dieses Feld im Freelancer-Profil. Oder ein Satz, der alles und nichts sagt: „19 Jahre Erfahrung.“
Vielleicht denkst du: Reicht das nicht?
Oder: Was soll ich denn noch alles erklären?
Verständlich. Dieses Erfahrungsfeld wirkt harmlos. Ist es aber nicht. Es entscheidet oft, ob Vertrauen entsteht oder Zweifel.
1. „19 Jahre Erfahrung“ klingt stark. Sagt aber fast nichts.
Jahreszahlen beeindrucken intern.
Extern helfen sie kaum bei einer Entscheidung.
Ein Kunde denkt nicht: Wow, 19 Jahre.
Er denkt: Hilft mir das bei meinem aktuellen Problem?
Zeit beantwortet keine Frage.
Wirkung schon.
Kontraintuitiv, aber wahr:
Je weniger Vergangenheit du betonst, desto relevanter wirst du im Jetzt.
2. Wie Kunden das Erfahrungsfeld im Freelancer Profil wirklich lesen
Nicht wie einen Lebenslauf.
Eher wie einen Sicherheitscheck.
Sie scannen schnell.
Suchen Orientierung. Keine Romane.
Die stillen Fragen lauten:
- Hat diese Person so etwas schon gelöst?
- In einer ähnlichen Situation?
- Mit einem brauchbaren Ergebnis?
Wenn dein Text darauf keine Antwort gibt, entsteht Unsicherheit.
Und Unsicherheit gewinnt keinen Auftrag.
3. Warum Erfahrung ohne Kontext für Kunden unsichtbar bleibt
„Erfahrung“ ohne Rahmen ist wie ein Foto ohne Fokus.
Man erkennt etwas. Aber nichts Genaues.
Erst Kontext macht sie lesbar.
Branche. Ausgangslage. Aufgabe. Ergebnis.
Beispiel:
Nicht: „Langjährige Erfahrung im Marketing.“
Sondern: „Begleitung eines KMU bei der Neupositionierung. Klare Botschaften. Mehr qualifizierte Anfragen.“
Plötzlich entsteht ein Bild.
Und Bilder bleiben hängen.
4. Das Erfahrungsfeld ist kein Archiv
Viele schreiben alles rein.
Aus Angst, etwas wegzulassen.
Dieses Feld ist kein Lagerraum.
Es ist ein Schaufenster.
Kontraintuitiv:
Je mehr du aufzählst, desto weniger bleibt hängen.
Fokus wirkt kompetenter als Vollständigkeit.
Drei klare Erfahrungen schlagen zehn vage.
5. Warum Beweise stärker sind als Behauptungen
„Ich habe gemacht“ klingt nett.
„Das Ergebnis war“ wirkt überzeugend.
Kunden suchen Belege.
Nicht aus Misstrauen. Sondern aus Vorsicht.
Beispiel:
Nicht: „Projektmanagement für IT-Projekte.“
Sondern: „Koordination eines IT-Projekts mit 12 Beteiligten. Termine gehalten. Schnittstellen geklärt. Team entlastet.“
Ein konkreter Beweis.
Grosse Wirkung.
6. Erfahrung übersetzen statt Fachsprache zeigen
Fachbegriffe beeindrucken Kollegen.
Nicht Auftraggeber.
Kunden wollen wissen:
Was ändert sich für mich?
Hilft ein einfaches Bild:
- Vorher Chaos. Nachher Struktur.
- Vorher Bauchweh. Nachher Ruhe.
Diese Übersetzung macht Erfahrung greifbar.
Und greifbar heißt vertrauenswürdig.
7. Typische Fehler im Erfahrungsfeld
Zu kurz.
Zu allgemein.
Zu technisch.
Das ist kein Kompetenzproblem.
Es ist ein Perspektivproblem.
Viele formulieren Tätigkeiten.
Kunden suchen Ergebnisse.
Wenn du deine Erfahrung klarer auf den Punkt bringen willst, hilft dir auch dieser Artikel weiter, in dem es darum geht, wie du als Freelancer einen Plan baust, der im Alltag wirklich trägt.
8. Wie ein zielführender Erfahrungs Eintrag aussieht
Kein Template.
Ein Prinzip.
Beantworte drei Fragen:
- Worum ging es konkret?
- Was war deine Aufgabe?
- Was war das Ergebnis für den Kunden?
Kurz. Klar. Verständlich.
Vielleicht liegt es nicht an deiner Erfahrung
Du sitzt vor diesem Feld. Cursor blinkt.
Und dieser Gedanke taucht auf: Ich habe doch alles erlebt. Wie soll ich das jetzt zusammenfassen?
Ja. Das fühlt sich mühsam an.
Aber genau hier liegt deine Chance.
Nicht, um dich zu beweisen.
Sondern um sichtbar zu machen, was sonst niemand sieht.
Schreib nicht länger, wie lange du da bist.
Zeig, warum man froh ist, dich im Projekt zu haben.
Und genau dort beginnt der Unterschied.
Wenn du genau das in deinem Profil zeigen und als Freelancer in der Schweiz sichtbar werden willst, kannst du dein Freelancer-Profil erstellen und werde für passende Auftraggeber sichtbar.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern – persönlich, unternehmerisch und strategisch.
Die neuen MWST- und Sozialversicherungsregeln 2025/26
2025 und 2026 bringen keine stillen Detailkorrekturen.
Sie greifen direkt in deinen Cashflow, deine Lohnabrechnungen und deine Buchhaltungsprozesse ein.
Für Schweizer KMU und viele Freelancer sind drei Bereiche entscheidend:
MWST-Abrechnung, Digitalisierungspflichten und neue Sozialversicherungs-Grenzwerte.
Hier ist der Überblick.
Klar. Praxisnah. Ohne Juristendeutsch.
1. Kurzüberblick: Was ändert sich 2025/26?
Diese Punkte solltest du jetzt prüfen:
- KMU können neu zur jährlichen MWST-Abrechnung wechseln
- MWST-Abrechnungen müssen zwingend digital über das ESTV-ePortal eingereicht werden
- AHV, BVG sowie Kinder- und Ausbildungszulagen werden angepasst und wirken direkt auf die Lohnbuchhaltung
Diese Änderungen sind nicht optional.
Sie erfordern konkrete Anpassungen in Systemen, Prozessen und Zuständigkeiten.
2. Jährliche MWST-Abrechnung: Entlastung oder neues Risiko?
Ab 1. Januar 2025 können Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu rund 5 Mio. CHF auf Antrag nur noch einmal pro Jahr abrechnen.
Wer profitiert?
- KMU mit stabilem Umsatz
- Unternehmen mit überschaubarem Belegvolumen
- Freelancer und Dienstleister, die den quartalsweisen Aufwand reduzieren wollen
Die Vorteile
- Weniger administrativer Aufwand
- Einfachere Planung der Buchhaltungsressourcen
Die Kehrseite
- Akontozahlungen bleiben Pflicht und basieren auf Vorjahreszahlen
- Liquidität kann stärker belastet werden
- Fehler fallen oft erst beim Jahresabschluss auf
Praxis-Tipp:
Wenn dein Umsatz stark schwankt oder deine Liquidität eng ist, kann die quartalsweise Abrechnung trotz Mehraufwand die bessere Wahl bleiben.
3. MWST wird Pflicht-digital: Das ESTV-ePortal richtig vorbereiten
Ab 2025 müssen alle MWST-pflichtigen Unternehmen ihre Abrechnungen zwingend über das ESTV-ePortal einreichen.
Das bedeutet konkret:
- Zugang und Rollen im Portal klären
- Stellvertretungen wie zum Beispiel Treuhänder sauber hinterlegen
- Stammdaten aktuell halten
- Buchhaltungssoftware prüfen und sicherstellen, dass MWST-Reports mit der Online-Erfassung übereinstimmen
Saldosteuersätze: Mehr Flexibilität für KMU
KMU können neu mehr als zwei Saldosteuersätze anwenden, sofern einzelne Tätigkeiten jeweils mindestens 10 Prozent des steuerbaren Umsatzes ausmachen.
Das ist besonders relevant für Mischbetriebe mit unterschiedlichen Leistungen.
Wichtig dabei ist, dass beim Wechsel Vorsteuerkorrekturen notwendig sind und korrekt verbucht werden müssen.
Für Freelancer gilt:
Bei Dienstleistungen mit geringem Vorsteueranteil kann ein passender Saldosteuersatz den administrativen Aufwand deutlich vereinfachen.
4. Sozialversicherungen 2025: Neue Schwellen, neue Routinen
Mehrere Grenzbeträge werden angepasst und wirken direkt auf die Lohnbuchhaltung.
AHV und kleine Einkommen
- Grenze für geringfügige Einkommen: 2’500 CHF pro Jahr
- Beiträge darunter nur auf ausdrücklichen Wunsch der Mitarbeitenden
- Mindestbeitrag für Selbständigerwerbende: 530 CHF pro Jahr
Minijobs, Aushilfen und kleine Mandate müssen neu geprüft und korrekt erfasst werden.
Kinder- und Ausbildungszulagen
- Kinderzulage: 215 CHF pro Monat
- Ausbildungszulage: 268 CHF pro Monat
Diese Beträge müssen in den Lohnarten und Kontierungen angepasst werden.
BVG (2. Säule)
- Eintrittsschwelle: 22’680 CHF
- Koordinationsabzug: 26’460 CHF
Mitarbeitende können neu in die BVG-Pflicht fallen oder daraus herausfallen.
Für KMU bedeutet das Anpassungen bei Prämien, Prozessen und Buchungen.
Für Freelancer gilt:
Höhere Eintrittsschwellen erhöhen die Bedeutung von freiwilliger Vorsorge und der Säule 3a.
5. Konkrete To-dos für deine Buchhaltung
Damit aus Wissen Handlung wird, hier die wichtigsten Punkte:
- Prüfen, ob die jährliche MWST-Abrechnung sinnvoll ist
- Wechsel fristgerecht beantragen
- Tätigkeiten und Umsätze für Saldosteuersätze analysieren
- MWST-Konten, Akontozahlungen und Vorsteuerkorrekturen sauber einrichten
- ESTV-ePortal-Zugänge und Stellvertretungen klären
- Buchhaltungs- und Lohnsoftware aktualisieren
- Lohnarten und Sozialversicherungswerte anpassen
- Mitarbeitende in Bezug auf BVG neu beurteilen
- Minijobs und kleine Mandate korrekt dokumentieren
Fazit
Diese Änderungen sind mehr als Formalitäten.
Sie entscheiden darüber, wie sauber, planbar und stabil deine Finanzprozesse in den kommenden Jahren funktionieren.
Ein kurzer Abgleich mit dem Treuhänder oder einem externen Finanzexperten verhindert spätere Korrekturen.
Und für Freelancer gilt mehr denn je: nicht nur reagieren, sondern bewusst planen. Wenn du auf Freelancer-Schweiz sichtbar werden möchtest, kannst du dich in wenigen Minuten als als Freelancer in der Schweiz eintragen.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern – persönlich, unternehmerisch und strategisch.
Liquidität planen statt hoffen
Liquidität ist 2026 das Nervensystem deines KMU.
Wenn der Cashflow stockt, hilft dir auch ein voller Auftragsbestand wenig.
Unsichere Konjunktur, höhere Zinsen und teurere Finanzierung machen kurzfristig verfügbare Mittel wichtiger denn je. Gleichzeitig zögern viele KMU, überhaupt eine Kreditanfrage zu stellen, weil sie den Prozess als mühsam und langwierig erleben.
Genau deshalb brauchst du zwei Dinge.
Transparenz darüber, wer wann zahlt und was wann rausgeht.
Und Entscheidungsfähigkeit, um eingreifen zu können, bevor es eng wird.
Warum Liquidität 2026 Chefsache ist
Viele KMU schauen zuerst auf Umsatz und Gewinn. Das ist verständlich, aber riskant. Denn die knappste Ressource ist fast immer Bargeld.
Gewinn sagt dir, ob sich dein Geschäft langfristig lohnt.
Liquidität sagt dir, ob du heute Löhne, Lieferanten und Steuern zahlen kannst.
Ein einfaches Bild macht den Unterschied klar.
Gewinn ist der Gesundheitscheck im Jahresbericht.
Liquidität ist der Puls.
Wenn der aussetzt, nützt dir der schönste Bericht nichts.
Liquiditätsengpässe entstehen selten plötzlich. Sie bauen sich schrittweise auf. Wer sie früh erkennt, hat Handlungsspielraum. Wer sie ignoriert, reagiert zu spät.
Die eine Kennzahl, die du wirklich führen musst: Cash vor Gewinn
Umsatz ist kein Cash. Gewinn ist kein Cash.
Entscheidend ist, wann Geld tatsächlich auf deinem Konto eingeht.
Viele KMU feiern grosse Projekte als sicheren Erfolg, vergessen dabei aber Zahlungsziele, Teilrechnungen oder Verzögerungen. Gleichzeitig werden Steuern, Sozialversicherungen oder Mehrwertsteuer bezahlt, ohne sie sauber zu planen.
Liquidität ist die ehrlichste Kennzahl.
Sie zwingt dich zu realistischen Annahmen und zu Entscheidungen, bevor der Druck steigt.
Ein einfacher Fahrplan: Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung
Für die meisten KMU reicht ein rollierender 13 Wochen-Plan. Das entspricht rund drei Monaten.
Excel oder ein einfaches Tool sind dafür völlig ausreichend.
Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Konsequenz.
Schritt 1: Startsaldo klären
Nimm deinen aktuellen Kontostand als Ausgangspunkt.
Berücksichtige Bank, Post, Kasse sowie allfällige überzogene Limiten und kurzfristige Darlehen.
Das ist deine reale Ausgangslage. Nicht geschönt. Nicht interpretiert.
Schritt 2: Einzahlungen realistisch planen
Denke in Zahlungseingängen, nicht in Umsätzen.
Schau dir offene Rechnungen an und bewerte sie nach dem tatsächlichen Zahlungsverhalten deiner Kunden, nicht nach dem Fälligkeitsdatum. Plane kommende Rechnungsstellungen ein und überlege, wann der Zahlungseingang realistisch erfolgt.
Berücksichtige Sonderfälle wie Förderbeiträge, Mehrwertsteuerguthaben oder Steuererstattungen.
Grundregel: Lieber pessimistisch planen als optimistisch.
Schritt 3: Auszahlungen vollständig erfassen
Erfasse alle fixen Ausgaben wie Löhne, Mieten, Leasing, Versicherungen und Abonnemente.
Plane variable Ausgaben wie Lieferanten, Material, externe Dienstleistungen oder Marketing.
Vergiss Staat und Banken nicht. Steuern inklusive Akontozahlungen, Sozialversicherungen, Zinsen, Amortisationen und Mehrwertsteuer gehören zwingend dazu.
Schritt 4: Wöchentliche Netto-Liquidität berechnen
Für jede Woche gilt:
Startsaldo plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Endsaldo.
Dieser Endsaldo wird zum Startsaldo der nächsten Woche.
Sobald ein negativer Wert auftaucht, hast du ein Frühwarnsignal. Und damit Zeit zu reagieren, statt ungeplant im Dispositionsrahmen zu landen.
Fünf konkrete Hebel, um Liquidität sofort zu verbessern
Erstens: Forderungen beschleunigen.
Kürzere Zahlungsziele vereinbaren, Skonto gezielt einsetzen und das Mahnwesen konsequent digitalisieren. Wenn du diese Aufgaben nicht intern abdecken möchtest, kannst du die Buchhaltung abgeben und einen passenden Profi über unsere Bürodienstleister finden. Bei wenigen grossen Kunden können Bonitätsprüfungen oder Anzahlungen sinnvoll sein.
Zweitens: Zahlungsziele mit Lieferanten aktiv verhandeln.
Wo du ein verlässlicher Kunde bist, sind längere Zahlungsziele oder Teilzahlungen oft möglich. Wichtig ist, offen zu verhandeln statt stillschweigend später zu zahlen.
Drittens: Lager und Projekte im Griff behalten.
Totes Lager bindet Liquidität. Bei Projekten helfen Meilensteinrechnungen, damit Geld nicht erst am Schluss fliesst.
Viertens: Steuern und Mehrwertsteuer aktiv steuern.
Provisorische Steuerrechnungen anpassen, wenn der Gewinn tiefer ausfällt als im Vorjahr. Die passende MWST-Methode prüfen, um unnötige Liquiditätsbindung zu vermeiden.
Fünftens: Banklinien rechtzeitig sichern.
Kreditgespräche führen, solange es deinem Unternehmen gut geht. Mit aktuellem Jahresabschluss, Planrechnung und 13 Wochen-Liquiditätsplan. Linien definieren, bevor du sie brauchst.
Typische Fehler in der Liquiditätsplanung
Diese Muster zeigen sich immer wieder.
Es wird gar nicht geplant, man schaut nur auf den Kontostand.
Umsatz wird mit Cash verwechselt.
Steuern und Sozialversicherungen werden nicht systematisch eingeplant.
Banken werden erst kontaktiert, wenn der Rahmen bereits überschritten ist.
Die gute Nachricht:
Eine einfache, wöchentliche Liquiditätsübersicht eliminiert den Grossteil dieser Probleme.
Wie du das Thema im Unternehmen verankerst
Liquidität ist kein Solo-Thema der Buchhaltung, sondern Teamarbeit.
Die Geschäftsleitung definiert die notwendige Mindestliquidität und Massnahmen bei Engpässen.
Verkauf und Projektleitung liefern Informationen zu Aufträgen, Zahlungszielen und Risiken.
Die Buchhaltung pflegt den 13 Wochen-Plan, aktualisiert Ist-Zahlen und meldet Frühwarnsignale.
Ein Praxisbeispiel zeigt die Wirkung.
Ein KMU stellte fest, dass Engpässe regelmässig vor Lohnzahlungen und Mehrwertsteuerterminen auftreten. Heute werden Projekte und Rechnungsläufe so geplant, dass Zahlungseingänge rechtzeitig erfolgen oder Kreditlinien bewusst genutzt werden.
Was du jetzt konkret tun kannst
Setze diese Woche einen ersten groben 13 Wochen-Liquiditätsplan auf.
Besprich mit deiner Buchhaltung, welche Daten ihr dafür braucht.
Gehe offene Rechnungen durch und fasse bei den ältesten aktiv nach.
Prüfe mit Treuhänder, Bank oder einem externen Finanzexperten, ob deine Kreditlinien noch zu deinem Geschäftsmodell passen.
Fazit
Liquiditätsplanung ersetzt Bauchgefühl durch Klarheit.
Sie macht dich handlungsfähig, bevor der Druck steigt.
So wird Liquidität von einer diffusen Sorge zu einem echten Steuerungsinstrument.
Und du kannst 2026 strategischer entscheiden, statt nur zu reagieren. Wenn du auf Freelancer-Schweiz sichtbar werden möchtest, kannst du dich in wenigen Minuten als Freelancer in der Schweiz eintragen.
Über den Autor
Name: Amor Dhaouadi
Kurzbeschreibung:
Amor ist dein Partner und Helfer, wenn du mehr Erfolg im Beruf und im Geschäft haben willst.
Gibt Orientierung bei komplexen Entscheidungen in Vertrieb, Marketing und Strategie.
Unterstützt Solopreneure und Unternehmer dabei, Klarheit zu gewinnen, Potenziale zu erkennen und wirkungsvolle Schritte umzusetzen.
Der Fokus: praxisnahe Impulse, die Wachstum fördern – persönlich, unternehmerisch und strategisch.
Freelancer-Witz: Der Schweizer IT-Stammtisch
Eine Persönlichkeitstrainerin und ein Softwareentwickler sitzen in einem Café in Zürich.
Sie diskutieren hitzig über eine alte Frage.
Welches Geschlecht hat ein Computer?
Die Trainerin lehnt sich zurück und sagt überzeugt:
„Computer sind eindeutig männlich.
Voller Informationen.
Aber keinen blassen Schimmer, was wirklich wichtig ist.
Sie lösen keine Probleme.
Sie erklären sie nur.
Und am Ende bist du schuld.“
Der Softwareentwickler schüttelt den Kopf.
Er nimmt einen Schluck Kaffee und antwortet trocken:
„Ganz falsch.
Computer sind weiblich.
Sehr weiblich sogar.
Nur ihr Erschaffer versteht ihre Logik.
Sie sprechen eine Sprache, die nur andere Computer verstehen.
Einen kleinen Fehler verzeihen sie nie.
Und hast du dich einmal für einen entschieden, ist die Ruhe vorbei.“
Kurze Pause.
Dann fügt er hinzu:
„Plötzlich zahlst du monatlich für Updates.
Für Zusatzfunktionen.
Für Support.
Quasi wie eine Schweizer Mietwohnung.
Der Grundpreis ist okay.
Die Nebenkosten kommen immer dazu.“
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